Engagement von Menschen mit Behinderungen in der Kirche (Teil 1)

Post Januar 26, 2022

Darum kann das Auge nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: »Ihr seid überflüssig!« Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwächer und unbedeutender erscheinen, besonders wichtig. Wenn uns an unserem Körper etwas nicht gefällt, dann geben wir uns die größte Mühe, es schöner zu machen; und was uns anstößig erscheint, das kleiden wir besonders sorgfältig. Denn was nicht anstößig ist, muss auch nicht besonders bekleidet werden. Gott aber hat unseren Leib so zusammengefügt, dass die unwichtig erscheinenden Glieder in Wirklichkeit besonders wichtig sind. Nach seinem Willen soll unser Leib nämlich eine untrennbare Einheit sein, in der jeder einzelne Körperteil für den anderen da ist. Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit, und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen. (1 Korinther 12:21-26, HOF)

In 1. Korinther 12 werden wir daran erinnert, wie wir als Christen miteinander umgehen und uns aufeinander verlassen sollten. Jedes Mitglied muss seinen Teil dazu beitragen, dass der „Leib“ als Ganzes gedeihen kann. Wie sieht das aber aus, wenn ein Mitglied irgendeine Art von Behinderung hat?

Zur Erinnerung: Die Globale Gemeindemitgliederumfrage 2017–2018 (2017–18 GCMS) hat festgestellt, dass von den 60.040 Befragten weltweit, die diese Frage beantwortet haben,

  • 1,3 % waren gehörlos,
  • 2,5 % hatten eine andere hörbedingte Behinderung.
  • 2,2 % hatten eine Mobilitätseinschränkung,
  • 5,8 % hatten eine Sehbehinderung,
  • 1,7 % hatten eine kognitive Behinderung,
  • 1,3 % hatten eine Sprachbehinderung
  • 2,8 % gaben an, eine andere Art von Behinderung zu haben (d. h. „andere“).

Als die GCMS-Daten von 2017–18 von Menschen mit Behinderungen mit denen ohne Behinderung verglichen wurden, halfen Mitglieder, die angaben, eine Behinderung zu haben, am Sabbat fast so oft im Gemeindedienst mit wie Menschen ohne Behinderung:

  • 11 % der Menschen mit einer Behinderung gaben an, dass sie einmal im Monat am Sabbat in der Gemeinde mitgeholfen haben (im Vergleich zu 10 % der Menschen ohne Behinderung).
  • 14 % der Personen mit einer Behinderung teilten mit, dass sie fast jede Woche geholfen haben (im Vergleich zu 15 % der Personen ohne Behinderung).
  • 32 % der Menschen mit Behinderung gaben an, jede Woche oder öfter zu helfen (im Vergleich zu 36 % der Menschen ohne Behinderung).

Es sollte angemerkt werden, dass fast jeder Fünfte (19 %) der Befragten, die angaben, eine Behinderung irgendeiner Art zu haben, angab, dass sie am Sabbat nie am Gemeindedienst beteiligt waren. Die Anzahl der beteiligten Personen sowie die korrelierende Anzahl von Menschen ohne Behinderung, die nie am Sabbat am Gemeindedienst beteiligt sind (16%), scheinen jedoch darauf hinzudeuten, dass eine Behinderung möglicherweise kein so großes Hindernis für den Gemeindedienst darstellt wie viele vermuten..

Die GCMS-Ergebnisse 2017–18 zeigten auch, dass ähnlich viele Mitglieder mit und ohne Behinderung unter der Woche in einem Gemeindedienst tätig sind:

  • 10 % sowohl der Behinderten als auch der Nichtbehinderten halfen einmal im Monat unter der Woche bei einem Gemeindedienst
  • 11 % der Personen mit einer Behinderung gaben an, fast jede Woche zu helfen (im Vergleich zu 12 % der Personen ohne Behinderung).
  • 27 % der Menschen mit einer Behinderung gaben an, jede Woche oder öfter zu helfen (im Vergleich zu 28 % der Menschen ohne Behinderung).

Die GCMS-Daten 2017–18 zeigten außerdem Folgendes:

  • Mitglieder mit einer Behinderung (61 %) besuchten ebenso häufig wie Mitglieder ohne Behinderung (61 %) einmal im Monat oder öfter eine kleine Gruppe, die von ihrer Kirchengemeinde organisiert wurde.
  • Zwischen 19 und 20 % in beiden Gruppen hatten im Vorjahr noch nie an einem Kleingruppentreffen teilgenommen.
  • Mitglieder mit einer Behinderung (64 %) nahmen mit etwas größerer Wahrscheinlichkeit einmal im Monat oder öfter an einer Gebetststunde in ihrer Kirchengemeinde teil als Mitglieder ohne Behinderung (63 %).
  • Es ist ermutigend, dass 40 % der Menschen mit einer Behinderung angaben, dass sie in den vorangegangenen 12 Monaten jede Woche oder öfter an einer Gebetststunde in der Gemeinde teilgenommen haben. Es sind etwas mehr als in der Gruppe ohne Behinderung, die dies taten.

Diese Daten machen deutlich, dass Gemeindemitglieder mit einer Behinderung einen Wert darin sehen, sich am Dienst in der Gemeinde zu beteiligen und an Gemeindeprogrammen teilzunehmen. Sie möchten als Teil des Leibes Christi gewürdigt und einbezogen werden – genau wie Menschen ohne Behinderung. Die Kirchengemeinde sollte jedoch nicht übersehen, dass etwa ein Drittel der Menschen mit einer Behinderung im vergangenen Jahr noch nie oder nur ein- oder zweimal in einem Gemeindedienst am Sabbat geholfen hatte. Noch mehr (44 %) hatten noch nie oder nur ein- oder zweimal in der Woche bei einem Gemeindedienst geholfen. Etwas mehr als ein Viertel hatte, wenn überhaupt, nicht mehr als zweimal an einer Gebetststunde teilgenommen, und fast ein Drittel von ihnen (31 %) hatte auch überhaupt nicht oder nicht mehr als ein- oder zweimal an einer Kleingruppe teilgenommen. Wie kann eine Ortsgemeinde Menschen mit oder ohne Behinderung helfen, sich gebraucht zu fühlen und in Programme der Kirchengemeinde einbezogen zu werden? Welche Möglichkeiten nutzt Ihre Gemeinde, um alle Glieder des Leibes Christi für den Dienst für Ihn zu mobilisieren? Wir hoffen und beten, dass die Adventgemeinde ein sicheres, integratives Umfeld sein kann, in dem alle Mitglieder geschätzt werden und einen Platz finden können, wo sie sich beteiligen können.

Weitere Informationen zu Menschen mit Behinderung finden Sie in diesem Blog: https://www.adventistresearch.info/disabilities-and-seventh-day-adventist-church/

Weitere Forschungsergebnisse zur Gesamtstichprobe finden Sie im Meta-Analysebericht (Meta-Analysis report).


Erstellt in Zusammenarbeit mit dem Institute of Church Ministry

Veröffentlicht von ASTR am 26.01.2022